1/22/2017

Silvester


Ein Silvester-Post im Januar? Ja Freunde, bei mir läuft das anders. Ich bereite mich nicht schon ein halbes Jahr im Voraus auf Silvester vor und desensiblisiere meinen Hund wie das vorbildliche Hundebesitzer tun würden. Ich bin mehr so der Typ der am Silvestermorgen nochmal kurz googelt wie ich mit meinem Terror-Terrier etwas entspannter in neue Jahr kommen könnte. Das liegt zum grossen Teil daran, dass Lotta Ticks hat, die uns 365 Tage und nicht nur eine Nacht im Jahr beschäftigen. Die haben Vorrang. Und ich geb es zu: ich bin vielleicht auch einfach zu faul für so ein Desensiblisierungs-Programm. 
Trotzdem ist Silvester ist in diesem Jahr ohne besondere Vorbereitungen relativ entspannt verlaufen. Und weil ich bis zum nächsten Jahr wieder völlig vergessen habe, warum es wohl so entspannt war und mich möglicherweise frage was ich denn eigentlich "anders" gemacht habe, halte ich den Verlauf der Silvesternacht mal hier für mich fest.
Vielleicht ist ja auch ein Tipp für jemand anderes dabei, der über meinen Blog stolpert. Vielleicht jemand, der so wie ich Last-Minute im Dezember nochmal nach Strategien sucht um Silvester mit Hund gut zu überstehen.

Lotta reagiert auf Böller mit Kläffen. Und mit Kläffen meine ich auch Kläffen. Es ist unerträglich schrill und laut. Man hört sein eigenes Wort nicht mehr. Mir ist es unmögich das zu ignorieren. Draussen reagiert sie weniger, dafür geht sie im Haus ab wie eine Rakete (hohoho Wortwitz). Sie tendiert ohnehin dazu im Haus aufgrund kleinster Geräusche zu kläffen. Eigentlich bin ich ja froh, dass sie sich nicht wie ein Häufchen Elend in eine Ecke verzieht um dort vor sich hin zu zittern. Sie kläfft, rennt rum und kriegt sich gar nicht mehr ein. Aber auch das ist natürlich Stress pur. Für alle Beteiligten.

Gefeiert haben wir zuhause mit Raclette und ein paar Freunden. Am späten Nachmittag, kurz bevor der Besuch kam, habe ich mit Lotta eine ausführliche Runde Frisbee gespielt. Ich denke, das hat eine gute Basis geschaffen. Wer müde ist, ist etwas entspannter.
Lotta hat um 20 und um 23 Uhr einen Esslöffel Eierlikör bekommen. Jetzt werden einige entsetzt aufschreien. Diesen Tipp habe ich auf dem Blog von Ralph Rückert, einem Tierarzt, gelesen. Ich hatte den Eindruck, dass es Lotta etwas geholfen hat. Sie machte keinen beduselten Eindruck, sondern war nur etwas ruhiger.
Schon im Jahr zuvor hat Lotta einen Trixie Tennis-Ball bekommen. Den durfte sie zerlegen. Das ist eine super Alternative zu Kauartikeln, die Lotta eher bewacht oder versteckt. Damit war sie eine Weile beschäftigt.
Zum ersten mal habe ich es in diesem Jahr mit Watte in Lottas Ohren versucht. Die Watte habe ich etwas mit Vaseline eingeschmiert. Das dichtet zusätzlich ab. Damit Lotta die Watte nicht rausschütteln kann, habe ich ihren Kopf mit einer Mullbinde umwickelt. Das hat nicht so gut gehalten. Für das nächste Jahr müssen wir uns da etwas anderes überlegen. Vielleicht eine durchgeschnittene Socke über den Kopf ziehen, damit nichts verrutschen kann.

All diese Massnahmen haben an sich gut geholfen. Irgendwann hat Lotta sich dennoch in ihre Kläfferei hineingesteigert. Da hift dann kein trösten, beruhigen und auch kein schimpfen. Das stresst nicht nur Lotta sondern auch mich total. Ich habe Lotta dann in das abgedunkelte Schlafzimmer gebracht. Dort stand auch ihre Box. Und siehe da: Ruhe. An dieser Stelle mögen wieder einige empört sein. Das mag eine unkonvetionelle Strategie sein, aber ich kann nur jedem Raten das zu tun was einem selbst und dem eigenen Hund gut tut.  Auch wenn man dafür in sämtlichen Hundeforen und Facebook-Gruppen dieser Welt virtuell gesteinigt werden würde. Für Lotta und mich war das die perfekte Lösung. Ich habe natürlich ein paar Mal nach ihr gesehen. Ohne gross nachzudenken, habe ich um kurz vor 12 ihr Futter hingestellt, dass ich einfach vergessen hatte. Als die Böllerei um 12 dann losging, war immernoch Ruhe im Schlafzimmer. Ich konnte also das erste Mal seit ich Lotta habe, an Silvester rausgehen und mit anstossen. Und als ich wieder reinkam um nach Lotta zu sehen, war der Napf leer und die kleine Töle friedlich in ihrer Box.

So kann es jedes Silvester laufen.

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