5/08/2015

Einfach mal abschalten - Digital Detoxing für zuhause


Das Bild der Menschen, die bei jeder Gelegenheit auf ihr Smartphone schauen gehört mittlerweile ja zu unser aller Alltag dazu. Man trifft sie auf der Strasse und wartet insgeheim darauf, dass sie gegen den nächsten Laternenpfahl laufen. Man sieht sie im Auto nebenan an der Ampel stehen. Selbst in Restaurants liegen die kleinen schwarzen Bildschirme wenig dezent neben den Tellern auf dem Tisch.
Auch im beruflichen Umfeld scheint es nicht mehr unhöflich zu sein im Meeting gelangweilt auf dem Iphone rumzuwischen.

Ich bin da vielleicht altmodisch, denn ich finde das sehr wohl unhöflich und bin manchmal genervt von diesem Zustand. Aber auch ich selbst erwische mich dabei ständig wie ferngesteuert zum Smartphone zu  greifen um auf den Home-Knopf zu drücken. Ohne zu wissen was ich eigentlich nachsehen will. Meistens schaue ich dann nach der Uhrzeit und bei der Gelegenheit noch 'kurz' auf Facebook, in die Mail-App und was es bei WhatsApp so neues gibt. Vielleicht geht es euch auch so - man entwickelt da eine zwanghafte Routine auf der Suche nach ... ja nach was eigentlich?
2013 war ich im Urlaub wandern in Schweden. Eine Woche ohne Zvilisation, ohne fliessendes, warmes Wasser und vor allem ohne Strom. Das Smartphone blieb also aus und wurde nur für ein kurzes Lebenszeichen alle zwei Tage angeschaltet. Ich habe noch nie in einem Urlaub zuvor dermassen abgeschaltet. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nach dem Urlaub, habe ich das Handy noch zwei weitere Tage ausgelassen. Ich hatte schon fast Angst wieder in die Daueronline-Gewohnheit zu verfallen. Trotz der freiwillg verlängerten Abstinenz bin ich aber wieder ziemlich schnell im alten Trott gewesen.   
Aus der mangelnden Fähigkeit zum Abschalten ist schon ein richtiges Geschäftsmodell geworden. Es gibt lächerlich teure Urlaubsangebote für Manager, die auf Inseln ohne Empfang zum zwangs-entspannen abgesetzt werden. Wie kleinen Kindern werden ihnen die Handys am Empfang abgenommen. Warum fällt es uns so schwer abzuschalten?

Ich habe 5 Tipps gesammelt, wie du auch  zuhause besser abschalten kannst:

1. Erklär das Schlafzimmer zur Handy freien Zone
Nachts verpasst man wirklich nichts ausser seinen Schlaf, wenn das Handy neben dem Kopfkissen lädt. Abends wird viel zu lange nochmal 'kurz' durch sämtliche Neuigkeiten gescrollt um wieder zu spät das Licht auszumachen. Dabei wollte man doch diesmal früher schlafen. Und wer ist nicht schon nachts von einer Nachricht eines betrunkenen Freundes wach geworden? Häng dein Handy lieber über Nacht in der Küche an das Ladekabel und liess abends ein gutes Buch. Freunde und Familie, die etwas wirklich wichtiges von dir wollen erreichen dich auch nachts über deinen Festnetzanschluss!


2. Bewusst einschalten
Lass das Smartphone mal in der Tasche und schaue seltener aber dafür bewusst nach wenn du auch tatsächlich Zeit hast eine Nachricht zu beantworten. Plane bewusst Zeit ein um deine Emails am Laptop zu beantworten z.B. alle drei Tage oder einmal die Woche. So kannst du die Zeit bündeln und hast nicht ständig das Gefühl noch etwas erledigen zu müssen wofür du gerade ohnehin keine Zeit hast.

3. Dämm die Nachrichten-Flut ein
Wenn du einmal die Woche bequem am Laptop deine Mails abarbeitest, kannst du gleich nervende Email-Abos entfernen. So schwächst du auch langfristig die Spam-Welle etwas ab. Facebookgruppen, in denen sich die Nachrichten türmen kannst du stumm schalten. Ausserdem lohnt es sich die Benachrichtigungsfunktionen von Apps einzuschränken.

4. Bewusst abschalten
Es lohnt sich nicht nur das Smartphone sondern auch mal den Fernseher aus. Wenn ch mich abends mal vor die Glotze hocke bin ich hinterher meistens unzufrieden. Schliesslich läuft ja 'eh nie etwas vernünftiges'. Statt dessen kann man Dinge tun für die man "sonst nie Zeit hast" und die man "schon immer mal wieder" machen wollte. In meinem Fall wäre das mich mal wieder mit dem Malen/Zeichnen auseinanderzusetzten. Oder mal wieder mehr zu kochen/backen. Manchmal ist es auch befreiend endlich eine unangenehme Arbeit abzuhaken, die man schon lange vor sich her schiebt.Das Handy muss nicht unbedingt wirklich aus oder lautlos sein. Manchmal reicht es aus, es einfach ausser Reichweite zu legen damit man nicht wieder gedankenverloren danach greift.

5. Noch eine Handy freie Zone: Quality time
Ob auf dem Hundespaziergang oder beim Essen mit Freunden: abschalten und einfach mal den Moment geniessen und die eigenen Gedanken zu Wort kommen lassen... 

Das Handy ist für mich oft Fluch und Sehen zugleich. Vielleicht helfen euch die Tipps auch euer Nutzungsverhalten zu überprüfen.
  
 


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